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Chronik der Windmühle Dibbersen 

Steinalt ist die Mühle nicht, denn was sind schon 145 Jahre im Verhältnis zum Alter dieses Findlings!
Die Straßenbauarbeiten B75neu legten diesen Stein frei, der jetzt im Autobahn-A1-Abzweig süd-westlich der neuen A1-Brücke positioniert wurde!

 


Aber einen Mühlstein brauchte jeder Malgang der Wind- und Wassermühlen:

 

1870 / 71         erbaut als Erdholländer von Johann Christoph Meyer aus Reindorf durch die Firma Pätsmann aus Winsen auf dem 120 Meter hohen Habenberg.

 1873    Zwei Jahre später wurden neben der Mühle ein Wohnhaus und ein Stall gebaut.

 1874    heirateten Johann Christoph Meyer und Margarethe Peters. Der Sohn Hermann Meyer, erbte später die Mühle.

 1911    am 3. August zersplitterte ein Blitzschlag einen Flügel. Am 7. August ist das Wohnhaus des Mühlenbesitzers Hermann Meyer,          sowie das Nachbarwohnhaus des Weichenstellers Westermann niedergebrannt.

 1915    Ende des Jahres kehrte Hermann Meyer lungenkrank aus dem ersten Weltkrieg zurück und starb an Tbc.

 1917    brach bei einem Sturm ein Flügel ab. Etwa 1½ Jahre lief die Mühle mit nur zwei Flügeln. Drei Jahre nach der Reparatur brach erneut ein Flügel bei einem Unwetter.

 1930    übergab Meta Meyer die Mühle an ihren Sohn Rudolf. Zur Aushilfe bei Windstille wurde ein Deutz-Dieselmotor installiert.

 1934    im Oktober riß der Sturm die schadhaft gewordene Kammradwelle entzwei.  Auch die Flügel waren beschädigt.

 1935    Die beschädigten Flügel wurden entfernt, das Dach neu gedeckt. Nunmehr wurde die Mühle durch einen Elektromotor betrieben.

 1953    wurde die Mühle entgültig stillgelegt.

 1959    wurde die Mühle zu Wohnraum umgebaut. Die gesamte Mühlentechnik ging dabei verloren.

 1981    sprach sich der Dibbersener Ortsrat dafür aus, die Mühle als Kulturdenkmal und Wahrzeichen von Dibbersen zu erhalten.

 1988    kaufte die Stadt Buchholz den Mühlenrumpf

 1993    wurde der Verein „Mühlenfreunde Dibbersen e.V.“ gegründet. Ziel des Vereins ist die Wiederherstellung der Windmühle und Nutzung als kultureller Treffpunkt.

 1993    im Dezember wird die Mühle in das Verzeichnis der Kulturdenkmale aufgenommen.

 1994    Architektenvertrag zur Planung der Wiederherstellung der Windmühle.

 1994    Erster Jazzfrühschoppen mit „Horny Jazz Union“.

 1995    Entrümpelung und Abbrucharbeiten durch den Mühlenverein..

1997    Erster Bauabschnitt gemäß Denkmalschutz zur Erhaltung der Bausubstanz. Danach Baustopp durch Geldmangel.

 2001    Das Nebengebäude wird von einem neu hinzugezogenen Architekten abgespeckt und preisgünstig geplant.

 2004    bis September waren Bauarbeiten für Mühlenrumpf und Nebengebäude soweit abgeschlossen, dass die Mühle genutzt werden konnte.

 2005    am 26.Juni wurde symbolisch während einer Einweihungsfeier der Schlüssel vom Bürgermeister der Stadt Buchholz an die 1. Vorsitzende des Vereins Mühlenfreunde Dibbersen e.V. - Uschi Stahmer – überreicht. Ab dieser Zeit wird die Nutzung der Räumlichkeiten vom Verein geregelt.

2013     am 19.Juni wurde bei Strassenbauarbeiten durch einen Bagger bei einer Drehbewegung ein Flügelpaar abgeschlagen. Die Instandsetzungsarbeiten werden voraussichtlich 3 Monate betragen.

Veranstaltungstypen: Kulturell, kommunikativ, gesellig, besinnlich - Musik, Literatur, Bewegung und Tanz - Jazz, Trommeln, Singen und Yoga usw.

mühlen-chronik als pdf-Datei!

Und hier nun weitere Geschichten und Presse-Artikel:

 

aus www.Abendblatt.de : 1.April 2014

 

Kran macht's möglich – Kommt ein Flügel geflogen . . .

Zehn Monate nachdem ein Bagger ein Flügelpaar abgerissen hat, ist die Dibberser Mühle ab morgen wieder komplett. Der Wiederaufbau wird insgesamt drei Tage dauern.

Von Corinna Panek

 

 

Mit dem Telekran wird das erste Flügelpaar durch die Nabe geschoben. Es war unbeschädigt geblieben, das zweite Flügelpaar musste komplett neu gebaut werden

Dibbersen. Es ist absolut windstill, etwas diesig und elf Grad warm. Beste Bedingungen, um die Dibberser Windmühle zu reparieren. Windstille ist Voraussetzung dafür, dass die Flügel montiert werden können. Nicht, dass gleich wieder etwas kaputtgeht...

Ein Moment der Unachtsamkeit bei den Arbeiten zur Dorferneuerung hatte im vergangenen Juni das Wahrzeichen der Ortschaft stark in Mitleidenschaft gezogen. Ein Baggerfahrer traf beim Wenden mit der Baggerschaufel einen Flügel der Dibberser Mühle.

Durch die Wucht brach die Flügelaufhängung der Nabe, ein knallrotes Gussteil, entzwei, der Flügel fiel herunter und riss noch ein Loch ins Dach der Mühle. Auch im Inneren wurde ein tragender Holzbalken so schwer beschädigt, dass er ausgetauscht werden musste.

In dieser Woche kommt endlich die Ersatzlieferung. Zwar war das neue Flügelpaar schon im Herbst bei der niederländischen Mühlenbaufirma Vaags angefertigt worden, doch aus Sicherheitsgründen durfte er in der stürmischen, kalten Jahreszeit nicht montiert werden. Das andere Flügelpaar war unbeschädigt geblieben und lagerte hinterm Mühlengebäude.

Seit gestern sind nun Ronny Beckmann, Inhaber der Zimmerei und Mühlenbaufirma Lommitzsch aus Dithmarschen, und seine Mitarbeiter vor Ort, um die Mühle wieder schick zu machen. Erst seit acht Jahren hatte die Dibberser Mühle überhaupt wieder Flügel. Die ursprünglichen Flügel waren bereits 1934 bei einem Sturm zerstört worden.

Wolfgang Messow vom Windmühlenverein beobachtet das Spektakel, genau wie einige Anwohner. "Bis Mittwoch werden die Montagearbeiten dauern. Weil die Miete für den 40-Meter-Telekran besonders viel Geld kostet, werden heute nur die Flügel vormontiert. An den folgenden Tagen werden sie dann komplett zusammengebaut", erklärt er.

Seit 8 Uhr früh sind die Handwerker vor Ort, als erstes muss die neue Flügelhalterung auf die Nabe unter der Mühlenkappe montiert werden. Dann werden die Flügel durch die Halterung hindurchgeführt. Eine Präzisionsarbeit.

Als der alte Flügel hinter der Mühle an den Kranhaken gehängt wird und aufschwebt, streift er die Zweige einer Birke. Bloß nirgendwo gegen schlagen! Dann hängt der 21 Meter lange Flügel in der Luft und wird von den Handwerkern vorsichtig durch den neu gegossenen Kopf der Nabe geführt. In etwa so, wie man einen Faden in die Nadel einfädelt – nur tausendmal größer. Mit Holzkeilen wird der Flügel fixiert.

Im Inneren der Mühle ist ein neuer Balken vor einigen Wochen eingezogen worden. Auch er musste in zwei Teilen gefertigt werden. Beim Bau der Mühle vor mehr als 140 Jahren war dies natürlich nicht nötig gewesen, der Holzbalken wurde damals als ein Teil montiert. Die Mühlenfreunde sind froh, dass das Provisorium, ein hässlicher Stahlträger, entfernt werden konnte.

"Die Yogagruppe, die sich dort trifft, empfand den Stahlträger sogar als echte Störung", sagt Messow. Veranstaltungen können nun wieder in gewohntem Umfang in der Mühle, die der Stadt Buchholz gehört und vom Mühlenverein gepachtet ist, stattfinden. Wolfgang Messow ist erleichtert, dass die Versicherung des Bauunternehmers den Schaden schnell reguliert hat.

Über die Schadenhöhe möchte er lieber nichts sagen. Aber eines freut ihn besonders. "Am 4. April haben wir hier drei Trauungen. Die Paare können nun schöne Fotos vor einer kompletten Mühle machen."

 

aus http://www.abendblatt.de/hamburg/harburg/article2349337/EU-foerdert-Dorferneuerung-mit-189-000-Euro.html


Die EU bezuschusst die Dorferneuerung in der Buchholzer Ortschaft Dibbersen mit 189 000 Euro. Das sind bis zu 65 Prozent der Gesamtkosten. Mit dem Geld soll die Straße zur Dibberser Mühle modernisiert und der Ortseingang an der Emsener Straße neu gestaltet werden. Die marode Zufahrt zur Mühle und der Mühlenvorplatz erhalten zudem ein Pflaster aus historischen Feldsteinen.

(tsu)

 

Dorferneuerung
HAN-Online vom 24.07.2012

http://www.han-online.de/Harburg-Land/article92177/Dibbersen-Ab-heute-wird-renoviert.html

Dibbersen: Ab heute wird renoviert

Die Buchholzer Ortschaft Dibbersen wird in den kommenden Jahren erheblich ihr Gesicht verändern. Nachdem kürzlich der Bau der B75 neu begonnen hat, fällt heute auch der Startschuss für das Dorferneuerungsprogramm für Dibbersen und Dangersen.

Dibbersen. Dies geschieht mit der symbolischen Übergabe des Förderbescheids vom Amt für Landentwicklung an die Stadt Buchholz. "Wir fördern die Maßnahme mit bis zu 189 000 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds ELER", so Dezernatsleiterin Annika Wangerin.

Seit Frühjahr 2009 hatte ein Arbeitskreis Maßnahmen definiert. Begonnen wird jetzt mit Maßnahme 2 - "Straßenraumerneuerung an der Straße Zur alten Mühle" und "Betonung des Ortseingangs der K13" (aus Richtung Emsen kommend). Maßnahme 1 - Rückbau der Harburger Straße (alte B75) kann erst erfolgen, wenn die B75 neu fertig ist. Bei der Maßnahme 2 werden der Mühlenvorplatz und die Zuwegung mit historischen Feldsteinen erneuert. Daneben wird ein Gehweg angelegt. Die Kreisstraße bekommt einen Fahrbahnteiler mit Querungshilfe, der Radweg wird vom Ortseingang bis Zur alten Mühle verlängert. Hier werden die Einmündungen zur K13 sowie zur Schützenplatz-Zufahrt erneuert. Auch ein Parkplatz wird angelegt. Die Gesamtkosten liegen bei 290 000 Euro. Die Auszahlung von Fördergeldern setzt voraus, dass die Maßnahmen bis Mai 2013 umgesetzt und abgerechnet sind.

Weitere Maßnahmen sind unter anderem Platzgestaltung in Dibbersen am Ehrenmal und an der Emsener Straße sowie im Ortsteil Dangersen der Platz am Ziehbrunnen und die Erneuerung der Oberflächenentwässerung. Das Programm läuft noch bis 2015.

 

 

aus HAN-Online vor dem 1.08.2010

http://www.han-online.de/Harburg_Archiv/article16156/Pflasterwege-Denkmal-oder-nicht.html

Dibbersener Ratsherr ist verwundert

Pflasterwege: Denkmal oder nicht?

Edith LundDibbersen/Buchholz. Die restaurierte Windmühle von Dibbersen ist bei der heiratswilligen einheimischen Bevölkerung zum Renner geworden. Die...

Edith Lund

Dibbersen/Buchholz. Die restaurierte Windmühle von Dibbersen ist bei der heiratswilligen einheimischen Bevölkerung zum Renner geworden. Die Voranmeldungen für Trauungen reichen bereits bis in den Mai 2008 hinein. "Bis jetzt sind schon mehr als 60 standesamtliche Trauungen in unserer Mühle vollzogen worden", berichtet der Dibbersener Ratsherr Hermann Heinrich Albers (BUB). Weil der Andrang so groß ist, macht er sich dafür stark, dass auch der historische Kopfsteinpflasterweg Zur Alten Mühle restauriert wird.

"Beides gehört doch zusammen", betonte Albers in einem Gespräch mit den HAN. Der Dibbersener Ratsherr hat bereits vor einigen Monaten einen Vorstoß zur Aufnahme des historischen Weges Zur Alten Mühle und auch des Dangerser Kirchweges in das Buchholzer Verzeichnis historischer Pflasterstraßen (mit bis dato 25 Wegen) unternommen. Dieser Schritt käme einer Unterschutzstellung gleich, was wiederum bedeuten würde, dass die Denkmalschutzbehörde Zuschüsse für den Erhalt der Straße zahlen müsste.

Während das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege nach einer Ortsbesichtigung die Ausweisung als Baudenkmal für den Dangerser Kirchweg befürwortete, lehnte es diesen Schritt mit einer für Albers kaum nachvollziehbaren Begründung für den Weg Zur Alten Mühle ab. In der Ablehnung ist als Begründung von einem "unzureichenden Bedeutungsinhalt" dieses Weges die Rede. Außerdem wird der schlechte Zustand des Kopfsteinpflasters angeführt.

Das finanzielle Argument sei wohl der Hauptgrund für die Ablehnung gewesen, spekuliert Albers: "Denn von einem unzureichenden Bedeutungsinhalt kann nun wirklich nicht die Rede sein." Schließlich handle es sich bei dem Weg Zur Alten Mühle um ein historisches Pflaster, das wahrscheinlich in etwa zu der Zeit verlegt wurde, als auch die Mühle gebaut wurde ungefähr in den Jahren 1870/71. Während die Dibbersener Windmühle als anerkanntes Baudenkmal inzwischen renoviert ist, befindet sich das historische Kopfsteinpflaster auf dem Weg dorthin laut Albers in einem "äußerst schlechten und dringend reparaturbedürftigen Zustand".

Um das Kopfsteinpflaster dieses Weges doch noch erhalten zu können, hat Hermann Heinrich Albers jetzt einen anderen Schritt unternommen: Er hofft auf Förderung durch den Regionalpark Rosengarten, der gerade im Aufbau begriffen ist. Einen entsprechenden Antrag hat Albers als Vorsitzender der Ratsgruppe BUB/IDA bereits gestellt. Sein Credo: "Ich werde weiter dafür kämpfen, dass das Kopfsteinpflaster erhalten bleibt. Es passt zu dieser historischen Stätte. Aber so, wie es derzeit aussieht, kann es wirklich nicht bleiben."

Dibbersen: Nutzung des Kulturdenkmals mit Fest gestartet

Neues Leben für die alte Mühle

Dibbersen (pzip). Für die 1870 erbaute Mühle in Dibbersen hat am Sonntag ein neues Kapitel ihrer Geschichte begonnen: Ab sofort kann die frisch...
Dibbersen (pzip). Für die 1870 erbaute Mühle in Dibbersen hat am Sonntag ein neues Kapitel ihrer Geschichte begonnen: Ab sofort kann die frisch restaurierte Windmühle wieder genutzt werden. "Anfangs werden wir in dem ehrwürdigen Gemäuer kulturelle Veranstaltungen durchführen, oder sie den Vereinen der Umgebung für Übungsabende zur Verfügung stellen", verriet Ursula Stahmer, die Vorsitzende des 1993 gegründeten Vereins Mühlenfreunde Dibbersen, den HAN. Ziel des Vereins war es, die Mühle wieder herzustellen und sie als kulturellen Treffpunkt zu nutzen.

Doch bevor es in Kürze soweit sein wird, wurde zunächst ein zünftiges Einweihungsfest gefeiert. Rund 100 Gäste schauten am Weg Zur Alten Mühle vorbei, um auf das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk anzustoßen. Für Unterhaltung sorgten die Mitglieder der Jazz-Formation "Horny Jazz Union".

"Vor einem Jahr hätten wir uns niemals träumen lassen, dass dieser Tag so schnell kommen wird", sagte Stahmer in ihrer Begrüßungsrede. Noch einmal erinnerte sie sich an die kritischen Momente bei der Restaurierung der Mühle: "Es gab schon oft Tage, wo wir alles hinschmeißen wollten."

Zufrieden mit dem Erreichten zeigte sich auch der Bürgermeister von Dibbersen, Wolfgang Reichert: "Das ist ein echtes Schmuckstück geworden. Jetzt muss das Gebäude nur noch mit Leben gefüllt werden." Vor allem die Aussicht auf die Flügel, die innerhalb des nächsten Jahres angebracht werden sollen, lässt alle Beteiligten strahlen. "Für die Flügel stellt uns die Sparkasse Harburg Buxtehude 50 000 Euro zur Verfügung", sagte Stadtkämmerer Wilfried Geiger den HAN. Insgesamt schätzt er, dass bis zur kompletten Fertigstellung der Mühle rund 300 000 Euro investiert werden. "Eine Hälfte kommt von der Stadt, die andere Hälfte ist aus Sponsorengeldern zusammen gekommen", verrät Geiger.

Wer Lust hat, den Mühlen-Verein zu unterstützen, bekommt unter der Telefonnummer 0 41 81/28 02 65 alle Infos.

Windmühle hat seit gestern ein neues Dach Nur die Flügel fehlen noch

http://www.han-online.de/Harburg_Archiv/article7406/Dibbersens-Wahrzeichen-jetzt-fast-komplett.html

Dibbersens Wahrzeichen jetzt fast komplett

Edith LundDibbersen. Die Skepsis sei zu Beginn groß gewesen, erinnert sich Kommunalpolitiker Hermann Albers an die anfänglichen Bemühungen um den...

Edith Lund

Dibbersen.

Die Skepsis sei zu Beginn groß gewesen, erinnert sich Kommunalpolitiker Hermann Albers an die anfänglichen Bemühungen um den Erhalt der Mühle von Dibbersen. Die Bedenken reichten damals von "viel zu teuer" und "lohnt sich nicht mehr" bis zu der Sorge, daß sich das Restaurierungsprojekt finanziell nicht tragen würde. Doch heute, fast 20 Jahre später, sind alle Zweifel zerstreut, und nicht nur die Dorfbewohner, auch viele Buchholzer sind froh darüber, daß sich die Hartnäckigkeit einer zunächst kleinen, dann aber ständig gewachsenen Schar von Mühlenfreunden gelohnt hat.

Seit gestern gibt es doppelten Grund zur Freude: Gestern hat das mehr als 130 Jahre alte Wahrzeichen des Ortes übrigens die letzte Mühle auf Buchholzer Boden ein neues Dach, eine sogenannte Kappe, erhalten. Jetzt fehlen nur noch die Flügel; dann ist das markante Bauwerk, in dem jahrzehntelang das Korn der umliegenden Bauern gemahlen wurde, wieder komplett.

Der gestrige Tag war die Stunde eines Zimmermeisters aus Dithmarschen: Seit Dezember hatte Ernst Lommatzsch in seinem Holzbaubetrieb in Eggstedt an dem neuen Mühlendach gebaut. Der 64Jährige ist Mühlenspezialist. Seit fast vier Jahrzehnten ist er auf diesem Gebiet tätig und damit in Norddeutschland einer der wenigen, die sich in dieser alten Handwerkskunst noch auskennen. Und mit den Mühlen auskennen muß er sich, denn nur selten sind noch Originalpläne erhalten, nach denen der Nachbau erfolgen könnte. Lommatzsch fertigt eigene Pläne an. Seine Erfahrung ist inzwischen sein Kapital: In sämtlichen norddeutschen Bundesländern sind sein Können und seine Präzision gefragt.

Kein Wunder also, daß das ebenfalls auf Mühlen spezialisierte und mit der Restaurierung der Dibbersener Mühle betraute Harburger Architektenbüro Harrwich+Henning (Inge-Lore Harrwich und Anastasius Henning-Harrwich) auch auf Lommatzschs Dienste zurückgriff, als die Mühle eine neue Kappe erhalten sollte. Das Architektenehepaar hat sie zwar entworfen, millimetergenau umgesetzt wurde das Mühlendach jedoch von dem Dithmarscher.

Gestern hing das acht Tonnen schwere Meisterstück am Haken eines Spezialkrans und wurde unter den interessierten Blicken zahlreicher Zuschauer an seinen luftigen Platz gehievt Millimeterarbeit auch das; aber für Lommatzsch nichts Außergewöhnliches, denn er hat in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Berlin schon etliche alte Mühlen zu neuem Leben erweckt.

Am liebsten hätte der Mühlenspezialist gestern noch dafür gesorgt, daß der Dibbersener Bergholländer (so die Fachbezeichnung) am gleichen Tag auch noch seine Flügel erhält. Doch die Behörden kamen mit den erforderlichen Genehmigungen für den Schwertransport nicht rechtzeitig rüber. So wird es bald einen weiteren Anlaß zum Feiern geben: Wenn die Flügel kommen. Der Vorsitzenden des Mühlenvereins, Ursula Stahmer, und Ortsbürgermeister Wolfgang Reichert kann das nur Recht sein, denn: "Dibbersen ist jetzt unheimlich stolz auf seine Mühle."